Entwurfs­methodik und Entwerfen

„Wie findet man also die Lücke, durch die man schlüpfen kann, um sich mit der B-Seite dieser Logiken auseinanderzusetzen? Auf deren Rückseite, wo nichts neu und nichts richtig ist, gibt es keine dramatischen Manifeste. Aber vielleicht gibt es dort die Möglichkeit sich in einer Geisteshaltung zu üben, die in den Hintergrund gedrängt wurde. Und schon ist man im Stande, die Welt - wie durch halbgeschlossene Augen- mit einer anderen Brennweite zu betrachten. Schon ist man in der Lage ,- anstelle all der Erklärungen, korrekte Antworten, Gegenstände und Bestimmungen (…) in der diese aufgehoben sind und sich im Zeitverlauf verändern, zu erkennen und zu beeinflussen.“

(Keller Easterling , 2017)

Das Aufgabenfeld des Lehr - und Forschungsgebietes Entwurfsmethodik und Entwerfen liegt in der Vermittlung von Möglichkeiten des Denkens, denn flexibles experimentelles Denken ist die Voraussetzung einer erforderlichen architektonischen Transformation, aufgrund rapider klimatischer und gesellschaftlicher Veränderungen.

Neue Denkmodelle, Strategien und Methoden werden entwickelt, ohne vorschnell neue Verlässlichkeiten zu etablieren. Ein Schwerpunkt liegt auf einem forschenden, suchenden Entwerfen, das maximale gedankliche Offenheit mit analytischer Stringenz verbindet. Aus dem Wechselspiel von freiem, spekulativem Denken und strenger Methodik entsteht eine vertiefte Auseinandersetzung mit zentralen Fragen der Architektur. Dabei werden Methoden aus Kunst, Musik, Film und Literatur aufgegriffen und für den architektonischen Entwurf nutzbar gemacht.

Ziel ist es, in Diskussionen und Reflexionen eine kritische, non-binäre Basis für einen multiperspektivischen Blick zu schaffen, um Selbstverantwortung als Individuum wie als Teil der Gesellschaft zu stärken. 


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