Das Department Architektur der Universität Siegen und die Neue Architekturschule Siegen (N_AS) verstehen das Architekturstudium als einen offenen Prozess des Suchens, Entwerfens und gemeinsamen Denkens. Architektur erscheint dabei nicht als fertige Disziplin mit eindeutigen Antworten, sondern als kulturelle Praxis, die auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert und diese zugleich mitgestaltet. Lehre, Forschung und Transfer bilden keine getrennten Felder, sondern gehen kontinuierlich ineinander über.
Mit der N_AS entwickelt das Department hierfür eine Architekturschule, die sich nicht über feste Modelle definiert, sondern über ihre Bereitschaft, sich immer wieder neu zu befragen. Das Department wird selbst zum Gegenstand des Entwurfs. Neue Formen des Lernens, Forschens und Zusammenarbeitens entstehen nicht außerhalb des Studiums, sondern in seinem Vollzug. Architektur wird dadurch zum Medium, räumliche, soziale, ökologische und kulturelle Zusammenhänge neu zu denken und im gemeinsamen Handeln zu erproben.
Studierende werden von Beginn an Teil einer akademischen Gemeinschaft, die Architektur als kollektiven Erkenntnisprozess versteht. Unterschiedliche Perspektiven, Disziplinen und Erfahrungen treten miteinander in Beziehung und eröffnen Räume für Experimente, kritische Reflexion und unerwartete Verbindungen. Nicht die Reproduktion bestehender Gewissheiten steht im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, mit Komplexität, Offenheit und Veränderung produktiv umzugehen.
Wer an der Universität Siegen Architektur studiert, betritt keine fertige Architekturschule. Man wird Teil einer Gemeinschaft, die ihre eigene Zukunft kontinuierlich entwirft – im Dialog, im Experiment und in der Überzeugung, dass Architektur dort ihre größte gesellschaftliche Wirkung entfaltet, wo sie neue Möglichkeiten des Denkens und Handelns eröffnet.
(Sorana Radulescu, Chefredakteurin, BauNetz CAMPUS)
(Leon Beck, Vorstandsvorsitzender, Architects for Future Deutschland e.V.)
