Die Studienziele liegen im Schwerpunkt auf der Verbreiterung des Fachwissens mit einer stärkeren Spezialisierung im Bereich »Planen und Bauen im Bestand«. Das Masterstudium dient der Verbesserung der methodisch-analytischen Fähigkeiten und zugleich der geforderten kontextspezifischen Anwendung. Insbesondere die Projektorientierung und der Praxisbezug der Studienprojekte sollen dieses Qualifizierungsziel unterstützen. Durch die Ausrichtung auf das Themengebiet »Planen und Bauen im Bestand« wird die Möglichkeit geboten, Kompetenz im Umgang mit Bausubstanz nach städtebaulichen, funktionellen, konstruktiv-technischen, gestalterischen, aber auch theoretischen Aspekten zu erlangen.

In den kommenden Jahren entsteht mit der Neuen Architekturschule Siegen (N_AS) ein zukunftsweisender Standort für Lehre, Forschung und Entwurf. Das ehemalige Druckhaus der Siegener Zeitung wird dabei zu einem Ort, der nicht nur architektonisch überzeugt – mit einer leichten, offenen Architektur, geschwungenem Dach und lichtdurchfluteten Räumen –, sondern auch neue Formen des universitären Miteinanders ermöglicht. Der Entwurf des Berliner Architekturbüros FAKT in Zusammenarbeit mit Gustav Düsing steht beispielhaft für eine Architektur, die auf Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und das Bauen im Bestand setzt. Diese Prinzipien prägen bereits heute das Lehrkonzept des Studiengangs: Studierende lernen, wie zukunftsfähige Architektur entsteht – durch bewussten Umgang mit Materialien, flexible Nutzung bestehender Strukturen und das Denken in Kreisläufen.

Dieses Konzept wurde bereits in einer internationalen Summer School erprobt, in der Studierende und Architekturbüros aus ganz Europa Ideen für den Umbau entwickelten – ein Beispiel für den experimentellen, kollaborativen Geist, der künftig das Studium prägen wird. Bereits heute findet die überwiegende Tätigkeit von Architekt:innen im Baubestand statt: Instandsetzungen, Modernisierungen, Umnutzungen und ergänzenden Neubauten müssen sich mit der bestehenden Stadt- und Baustruktur auseinandersetzen, auch die Resilienz der Städte spielt hier eine tragende Rolle. Umbau, Rückbau und Schrumpfungsprozesse in der Stadt- und im Gebäudebestand müssen organisiert, sachgerecht gesteuert und vollzogen werden.