Miscantholz

Das Bauen mit Nachwachsenden Rohstoffen ist ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der CO2 Emissionen im Bausektor. Das schnell wachsende Schilfgewächs Miscanthus x giganteus steht im Fokus der aktuellen Forschung zu neuen holzwerkstoffähnlichen Materialien. Die Pflanze erbringt während der Wachstumsphase zahlreiche ökosystemare Dienstleistungen und hat jährlich einen hohen Trockenmasseertrag. Die Hauptverwendungen sind derzeit die als Energiepflanze oder Einstreu. Als Baumaterial könnte zum einen das der Atmosphäre durch den Wachstumsprozess entzogene CO2 langfristig gespeichert werden, zum anderen die Holzwirtschaft mit einer zusätzlichen Rohstoffquelle versorgt werden.

Größte Herausforderung für die Nutzung als Werkstoff ist die Realisierung einer kraftschlüssigen Verbindung der Halme, da diese eine sehr glatte Oberfläche aufweisen. In der bisherigen Forschung des MM-lab wurden Verfahren zur Bearbeitung des Rohmaterials entwickelt und die Verklebung zu stabförmigen Tragelementen mit verschiedenen Bindemitteln erprobt. Es wurde belegt, dass stabförmige Träger aus Miscanthus hinsichtlich ihres Verformungsverhaltens unter Biegebelastung mit handelsüblichem Bauholz gleichwertig sind. Die Feststellung der grundsätzlichen Eignung von Miscanthus als Baumaterial eröffnet zahlreiche weitere Forschungsfelder entlang der Prozesskette vom Rohstoff bis zum Einsatz in der baulichen Praxis. Aktuell werden kreislauffähige Bindemittel für die Herstellung von „Miscantholz“ sowie praxistaugliche Konstruktionen untersucht. Gefördert wird die Forschung durch das Bundesinstitut für Stadt-, Bau- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen des Programms Zukunft Bau (Az.10.08.18.7-24.79).


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