Bautag

Die Fassade ist das Gesicht eines Bauwerks. An ihr werden die technischen, sozialen und politischen Ansprüche des Gebäudes sicht- und ablesbar. Sie kommuniziert Botschaften, die – mehr oder weniger bewusst – an die Öffentlichkeit adressiert sind und die Erfahrung des städtischen Raums maßgeblich prägen.

Im Zuge der vielschichtig diskutierten Bauwende erfährt auch die Fassade eine neue Aufmerksamkeit. Der Bautag brachte unterschiedliche Stimmen und Perspektiven auf das Thema zusammen. Es wurden soziologische, ökologische und ökonomische, sowie gestalterische und technische Aspekte der Fassade beleuchtet. Die Diskussion wurde entlang der großen Fragen des Umbaus unserer Städte geführt; der Wahrnehmung von Architektur im urbanen Raum als Grundlage für einen sensiblen Umgang mit bestehenden Strukturen, der Bedeutung der Fassade im Kontext des Paradigmenwechsels in der Architektur vom Neu- zum Umbau durch ressourcenschonende und energieeffiziente Lösungen im Bestand und der Herausforderung, neue Fassadengestaltungen zu entwickeln, die sowohl ästhetisch als auch technisch überzeugen.

Der Bautag wurde begleitet von einer Ausstellung akkurat nachgebildeter Fassaden im Modell. Die Studierenden betrachteten Siegener Fassaden aus den 1950er bis 1980er Jahren und bildeten sie in einem kompakten Workshopformat nach. Der direkte und detailgetreue Nachvollzug trug nicht nur zum tieferen Verständnis bestehender Fassadengestaltung bei, er ist auch als Beitrag in der Diskussion über den Umgang mit dem Bestand zu verstehen: Erst wenn der Bestand bewusst wahrgenommen und gelesen werden kann, wird man ihn auch klug umbauen können. 

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